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„Football without politics!“

Hört man nur all zu oft innerhalb der Fußballszene. Aber lässt sich diese stumpfsinnige Phrase überhaupt aufrechterhalten? Das geneigte Fußballpublikum versteht unter Politik entweder Links – oder Rechtsextremismus. Für viele gibt es nichts dazwischen, schlichtes schwarz-weiß Denken steht nicht nur in der Lübecker Kurve an der Tagesordnung. Politik beinhaltet aber vielmehr als nur das generelle parteipolitische oder ideologische Begreifen des Tagesgeschehens. Gerade Fußballfans haben, meist unbewusst, mehr mit Politik zu tun als es den meisten Zuschauern recht wäre.

Es gibt Vereinspolitik, Kartenpolitik, Ordnungs- und Sicherheitspolitik, Fanpolitik, Spielerpolitik - Wer hat es nicht schon erlebt, keine Karte für ein Länderspiel, Championsleague- Spiel oder sonstiges bekommen zu haben? Nahezu jeder, für den Fußball mehr ist als der Gang am Wochenende zum Stadion, kennt dieses Gefühl, besonders wenn die Karten für Schlagerspiele lieber an die allseits beliebten und bekannten Bonzen aus Politik, Wirtschaft und an sogenannte VIPs gehen. Der normale Fan hat bei dieser Art von Politik das nachsehen. Ebenso die Aktion „Pro Fans“, die nunmehr seit drei Jahren das Fansein - für die eine Kurve mehr, für die andere weniger – bestimmt. Es gibt tatsächlich Personen, die trotz hohem Engagement für diese Sache behaupten, „unpolitischer Fußballfan“ zu sein.

Schikanen, keine freie Meinungsäußerung, willkürliche Kontrollen normaler Fans, Stadionverbote, Platzverbote, Belästigung durch Hobbyfilmer mit Schlagstock, Androhung von Gewalt und alles nur, weil statt 12 Bier 20 Getrunken wurden? Das bei dieser Art von Behandlung jeder politisch wird, sogar ausfallend, das wird jeder verstehen. Verzeiht: Wir sind doch unpolitische Fußballfans. Die Lübecker Szene ist nicht unpolitisch. Es gibt unter den Kollektivos Linke, Rechte, Bürgerliche, Autonome, Konservative – alles was das politische Spektrum hergibt. Jeder kann sich zu seiner Meinung bekennen. Nicht selten kommt es auf Sitzungen zu regen Diskussionen über politische Themen, die alle Bereiche abdecken. Hauptsache jeder steht zu seinem VfB, anderes tolerieren wir nur bedingt